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Saturday, February 8, 2014

Одно из отличий русского языка от других европейских


Одно из отличий русского языка от других европейских

Одно из отличий русского языка от других европейских состоит в том, что для отрицания глаголов в русском применяется частица «не», в то время как в других языках прибегают к замене глагола. Например, в немецком:
Оправдать доверие – Vertrauen rechtfertigen.
НЕ оправдать доверие – Vertrauen täuschen.
Сдержать слово – (sein) Wort halten.
НЕ сдержать слово — (sein) Wort brechen.
В английском:
Оправдать надежды – to justify hopes.
НЕ оправдать надежды — to disappoint smbs hopes.
Оправдать доверие — to justify smb’s confidence (trust).
НЕ оправдать доверие — to betray smb’s confidence (trust).
Во французском:
Оправдать доверие – se montrer digne de la confiance.
НЕ оправдать доверие – trahir (tromper) la confiance.
В датском:
Оправдать доверие – retfærdiggøre tillid.
НЕ оправдать доверие – bryde  tilliden.
В шведском:
Оправдать доверие – rättfärdiga tillit.
НЕ оправдать доверие – bryta tillit.
Сдержать слово – stå vid sitt ord.
Не сдержать слово – Bryta sitt ord.
К сожалению, эта особенность не отражена в двуязычных словарях. Поэтому переводчики могут быть введены в заблуждение и станут пытаться переводить данные словосочетания путем простого добавления отрицания в языке перевода. Только русско-немецкий словарь под редакцией  Лейна (1991) содержит в статьях «оправдать» и «сдержать» словосочетания с отрицанием и правильный перевод. Авторы других словарей почему-то не спешат усвоить опыт этого словаря. В словарях Лингво эта особенность тоже не отражена.

Wednesday, October 16, 2013

Der übertragene Kuss.

Der übertragene Kuss.

Ein junger Herr begegnete einem artigen Bauernmädchen, welches eine Herde Esel vor sich her trieb. „Wo bist Du her, schones Kind?“ Fragte der Stutzer[НВ1] . „Vom nächsten Dorfe,“ war die Antwort. „Ei,“ fuhr der Frager fort, „dann kennst Du auch ohne Zweifel die Tochter Deines Nachbars N. – Sei so gut, ihr diesen Kuss von mir zu übergeben.“ Mit diesen Worten wollte er die ländliche Schöne umarmen und küssen. „Lassen Sie das nur hübsch bleiben[НВ2] ,“ erwiderte das Mädchen; „geben Sie den Kuss nur einem meiner Esel, die kommen eher zu Hause, als ich und werden den Auftrag von einem ihrer Freunde gewiss gern ausrichten.“

[НВ1]щеголь, франт

[НВ2]laß das hübsch bleiben! — оставь-ка это!, не делай этого!

Monday, December 12, 2011

A Berliner in Vienna goes into a shop

"A Berliner in Vienna goes into a shop and asks for a Reisemütze (travelling cap) The assistant corrects him 'You want a Reisekappe” and shows him several. The Berliner remarks 'Die bunten liebe ich nicht (I don't like those with several colours). The assistant turns this sentence into his own German 'Die farbigen gefallen Ihnen nicht”. The Viennese, you see, loves (liebt) only people, he does not love things. Lastly, the Berliner says 'Wie teuer ist diese Mütze? (How much is this cap?), and again is guilty, all innocently, of a most crude Berlinism. Teuer, indeed, applies to prices above the normal, to unduly high prices. The Viennese merely says 'Was kostet das? The Berliner looks round for the Kasse (cash-desk) and finds the sign Kassa. He leaves the shop saying, since it is still early in the day 'Guten Morgen”, greatly to the surprise of the Viennese, who uses this form of words on arrival only, and not on leaving. The Viennese in turn replies with the words Ich habe die Ehre! Guten Tag'' and this time the Berliner is surprised, since he uses the expression Guten Tag! only on arrival, and not when leaving. "
(E. Tonnelat. A History of the German Language)

Friday, November 25, 2011

Sprache, Stimme und Stimmbildung

Sprache, Stimme und Stimmbildung.
Vortrag
gehalten in der „Vereinigung der Reserve- und Landwehroffiziere des Landwehrbezirks Karlsruhe"
von
Dr. med. O. Schwidop
Oberarzt d. L.
Karlsruhe.
Buchdruckerei J-J. Reiff.
1898.

Die Sprache, jenes vornehmste Mittel geistigen Verkehrs, setzt sich aus den Sprachelementen, den einzelnen Lauten zusammen, welche wir als Vokale und Konsonanten unterscheiden. Die Vokale sind Klänge, die Konsonanten Geräusche. Erzeugt wird die Sprache in Rachen, Mund- und Nasenhöhle. Die hier entstehenden Vokale und Konsonanten bilden die Flüstersprache ; ist diese von den Klängen der Stimme begleitet, so entsteht die gewöhnliche laute Sprache. Sowohl die Flüstersprache als auch die laute Sprache werden um so vollkommener sein können, je vollkommener die an der Bildung beteiligten Organe sind, sodass wir also eine tadellose vordere Zahnreihe, eine gut bewegliche Zunge und Gaumen, eine freie Nase als das erste Erfordernis hinstellen müssen.
Unter Stimme verstehen wir den bei der Vibration der Stimmbänder durch die anblasende ausströmende Luft der Lungen entstehenden Laut, bezüglich dessen sich nach der Stärke des Luftstroms und der Spannung der Stimmbänder richtenden Modulationen. Die Erzeugung der Stimme ist vollständig unabhängig von den oberhalb der Stimm-bänder gelegenen Gebilden, dem der Erzeugung der Sprache dienenden Ansatzrohr, wie Versuche an ausgeschnittenen Kehlköpfen gezeigt haben. — Jedes lebende Wesen höherer Ordnung besitzt eine Stimme, einen Laut, durch dessen Modulation es alle Empfindungen angenehmer und unangenehmer Art der Aussenwelt kundzugeben imstande ist. Hunger und Durst, Schmerz und Freude, Lust und Unlust, Zorn, Hass und Zutrauen, alles spiegelt sich in der Modulation der Stimme des Tieres getreulich wieder. Ganz dasselbe finden wir beim Menschen in drei verschiedenen Zuständen, bei dem Stummen, bezüglich Taubstummen, dem Idioten und dem Kinde.

Saturday, November 5, 2011

Vom ”theodiscus“ zum ”deutsch“

Vom ”theodiscus“ zum ”deutsch“
Forschungen zum Ursprung unserer Sprache
(Wochenpost Nr 30/1988, S. 8)

Die deutsche Sprache gehört laut UNESCO-Statistik gemeinsam mit Chinesisch, Hindi, Englisch, Spanisch, Russisch, Arabisch, Bengali, Portugiesisch, Französisch und Japanisch zu den elf am weitesten verbreiteten Sprachen, die von zwei Dritteln der Weltbevölkerung gesprochen werden. Die Edition etymologischer Untersuchungen zum Wortschatz der deutschen Sprache hat der Akademie-Verlag Berlin für dieses Jahr angekündigt — mit drei Bänden erstmals in derartigem Umfang.
Das lateinische ”theodiscus“ und das althochdeutsche ”thiutisk“ lassen verwandtschaftliche Beziehungen vermuten. Beide Wörter stehen für ”die Volkssprache (und nicht lateinisch) sprechend“ beziehungsweise für ”zum eigenen Volk gehörig“. Die alten Formen sind die frühesten Zeugnisse für das heute gebräuchliche ” Deutsch“. Diese Entwicklung vollzog sich über verschiedene sprachliche Stufen.
Den Anfängen deutscher, heute gesprochener und geschriebener Wörter ging ein Team des Zentralinstituts für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR in einem speziellen Forschungsprojekt nach, das jetzt abgeschlossen wurde. In ihren etymologischen Untersuchungen klärten die Wissenschaftler Fragen wie: Was heißt dieses Wort und welchen Ursprung hat es?
Die Etymologie bemüht sich, Herkunft, Alter und Verwandtschaft der Wörter aufzudecken. Untersucht wird, wie sich Form und Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte entwickelten. Ältester feststellbarer Sinn und erkennbare Form sind Ziel dieser Bemühungen. Über verschiedene Stufen, vom Neuhochdeutschen über das Mittelhochdeutsche und Althochdeutsche wird die Spur in die germanische Vergangenheit zurückverfolgt. Dabei gelingt es oftmals, verwandtschaftliche Beziehungen zu den anderen indoeuropäischen Sprachen deutlich zu machen, erläuterte Dr. Wolfgang Pfeifer, der Leiter des Forschungsteams. Bei dieser Sprachgruppe ähneln sich Wortschatz und Formenbildung. Ein Vergleich dieser Wörter läßt oftmals die Rekonstruktion indoeuropäischer ”Urformen“ zu, von denen alle Wörter abstammen.
Als Beispiel führte Dr. Pfeifer die Herausbildung des heutigen Wortes Schnee an. Verwandtschaftliche Beziehungen mit dem englischen ”snow“, dem schwedischen ”snö“ und dem niederländischen ”sneew“ sind auch für den Laien nicht zu übersehen. Der Fachmann zieht nun noch frühere, etwa vor 1000 Jahren gültige Sprachformen hinzu, z. B. Althochdeutsch (sneo), Altenglisch (snaw) und Gotisch (snaiws), und schließt unter Berücksichtigung bestimmter lautgesetzlicher, Entwicklungen auf eine germanische Grundform ”snaigwa“, aus der alle genannten Wörter hervorgegangen sein dürften. Vergleicht man weitere Wörter für Schnee wie ”sneg“ im Russischen, ”sniegas“ im Litauischen und (ohne anlautendes ”s“) ”nix“ im Lateinischen, so kann eine gemeinsame indoeuropäische Form ”sneiguh“ rekonstruiert werden, aus der sich auch die entsprechenden Verben wie ”schneien“ entwickelt haben.
Mehr als 8 000 Stichwörter — der etymologische Grundwortschatz des Deutschen — wurden in den zurückliegenden zehn Jahren von den Berliner Wissenschaftlern untersucht. Insgesamt konnten sie in de 8000 Artikeln rund 21 600 Wörter analysieren. Sie berücksichtigten dabei den Wortschatz der Literatursprache, auch allgemein bekannte Begriffe der Fachsprachen, geläufige Fremdwörter sowie Ausdrücke der überregionalen Umgangssprachen. Die zehn Forscher um Dr. Pfeifer nutzten für diese Untersuchungen unter anderem Archivmaterial zum ”Deutschen Wörterbuch“ der Brüder Grimm und zum Goethe-Wörterbuch sowie Sammlungen zum Wortschatz von Marx und Engels.
Auch Begriffe, die erst mit der wissenschaftlich-technischen Revolution und mit zunehmender internationaler Kommunikation aufkamen, sind etymologisch interessant. So ist ”Astronautik“ — synonym für die Wissenschaft von der Raumfahrt — eine um 1927 von einem französischen Romancier aus griechischen Elementen gestaltete Wortschöpfung.
Gudrun Janicke